Lohnt sich die Wärmepumpe im Altbau? Die Amortisation im Detail
„Lohnt sich das?“ hat im Altbau zwei verschiedene, gleichermaßen richtige Antworten — je nachdem, womit man vergleicht. Vergleicht man mit „ich behalte die alte Heizung“, sieht die Rechnung anders aus als beim Vergleich mit „ich baue ohnehin eine neue Heizung ein, nur eben eine fossile“.
Diese Seite rechnet beide Wege für einen unsanierten Altbau durch, zeigt, welcher davon in Ihrer Lage der ehrliche ist, und benennt die eine Größe, an der im Altbau alles hängt: die erreichbare Jahresarbeitszahl.
Dieses Werkzeug bietet eine Orientierung. Die verbindliche Berechnung erfolgt durch die Bestätigung zum Antrag (BzA) einer/eines Energieeffizienz-Expertin/-Experten. Keine Rechts- oder Steuerberatung.
Beispiel: 175 m² unsaniert, Ölheizung, JAZ 3,2
Voraussichtliche Förderung
19.600 €
- Effektiver Satz auf Ihre tatsächlichen Kosten
- 57,65 %
- Eigenanteil
- 14.400 €
- Vollkosten-Amortisation
- 5 Jahre
Bezogen auf die tatsächlichen förderfähigen Kosten, nicht auf den gedeckelten Betrag — deshalb liegt er meist unter dem nominalen Satz.
| Schritt | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Förderhöchstbetrag (Gebäude) Grundlage | 28.000 € (1. WE) = 28.000 € | 28.000 € |
| Förderfähige Kosten auf den Höchstbetrag begrenzt gedeckelt | 34.000 € > 28.000 € → Basis 28.000 € | 28.000 € |
| Einkommensbonus (Stufe 2): 30 % angerechnet | 40.000 € → 30 % | 30 % |
| Klimageschwindigkeitsbonus: 16 % angerechnet | → 16 % | 16 % |
| Grundförderung: 30 % angerechnet | → 30 % | 30 % |
| Gesamt-Deckel 70 % − Grundförderung 30 % → Zusatzantrag-Satz 40 % (statt 46 %) gedeckelt | min(46 %, 70 % − 30 %) = 40 % | 40 % |
| Basisantrag (Grundförderung auf den maßgeblichen Höchstbetrag) angerechnet | 30 % × 28.000 € = 8.400 € | 8.400 € |
| Zusatzantrag-Bemessungsgrundlage (Anteil der selbst genutzten Wohneinheit) Grundlage | min(28.000 €, 28.000 €) = 28.000 € | 28.000 € |
| Zusatzantrag (Boni auf den Anteil der selbst genutzten Wohneinheit) angerechnet | 40 % × 28.000 € = 11.200 € | 11.200 € |
| Gesamtförderung angerechnet | 8.400 € + 11.200 € = 19.600 € | 19.600 € |
| Nutzwärmebedarf pro Jahr Grundlage | 3.200 × 10,0 kWh × 85 % = 27.200 kWh | 27.200 kWh |
| Strombedarf der Wärmepumpe Grundlage | 27.200 kWh ÷ 3,20 = 8.500 kWh | 8.500 kWh |
| Jährliche Betriebskosten (Jahr 1) Grundlage | 4.576,56 € − 2.170 € = 2.406,56 € | 2.406,56 € |
| Vollkosten-Amortisation (Eigenanteil) Grundlage | Eigenanteil 14.400 € nach 5 Jahren gedeckt | 5 Jahre |
| Mehrkosten-Amortisation (gegenüber neuem Öl-/Gaskessel) Grundlage | Mehrkosten 900 € nach 0 Jahren gedeckt | 0 Jahre |
Regelstand 2026-07-21.1 · alle Regelwerte gegen die Primärquelle geprüft (Stand 10.08.2026, dazu 3 offengelegte Annahmen) — Orientierung, nicht verbindlich. Methodik
Das Beispiel ist bewusst kein Vorzeigefall: 175 m² unsanierte Hülle, 3.200 Liter Heizöl im Jahr, Heizkörper statt Fußbodenheizung, und eine vorsichtig angesetzte Jahresarbeitszahl von 3,2. Die alte Ölheizung ist 14 Jahre alt und läuft noch — sie müsste also nicht ersetzt werden.
Weil sie noch läuft, ist die maßgebliche Frage die Vollkosten-Amortisation: Die gesamten Investitionskosten abzüglich Förderung stehen den jährlichen Einsparungen bei den Energiekosten gegenüber. Das ist die strengere der beiden Rechnungen. Wie sie ausfällt, hängt vor allem am Ölpreis und am CO₂-Preis, der ihn Jahr für Jahr weiter anhebt — die Beispielrechnung unten zeigt das Ergebnis für die hier angesetzten Werte.
Auf der Förderseite ist der Fall günstig: Eine Ölheizung ist eine qualifizierte Altanlage unabhängig vom Alter, der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % steht also zu. Zusammen mit der Grundförderung von 30 % und dem Einkommensbonus läuft die Quote in den Gesamt-Deckel — die Herleitung unten zeigt, an welcher Stelle er greift.
Auf der Energieseite arbeitet die Rechnung mit fortgeschriebenen Preisen für Öl und Strom sowie dem CO₂-Preis. Das sind Prognosen, keine Tatsachen; der Rechner markiert sie als solche und lässt jede einzelne ändern.
Stolperfalle: Die JAZ entscheidet mehr als die Förderung
Ein Fördereuro ist einmalig, ein JAZ-Punkt wirkt zwanzig Jahre lang. Der Unterschied zwischen einer Jahresarbeitszahl von 3,5 und 2,8 verändert den Stromverbrauch derselben Anlage um rund ein Fünftel — jedes Jahr. Im unsanierten Altbau mit klassischen Heizkörpern liegt die erreichbare JAZ regelmäßig unter dem, was Datenblätter und Onlinerechner unterstellen, weil die nötige Vorlauftemperatur höher ist. Wer die Amortisation mit einer optimistischen JAZ rechnet, rechnet sich das Ergebnis schön — deshalb kennzeichnet der Rechner eine geschätzte JAZ ausdrücklich als Schätzung und weist darauf hin, dass die verbindliche Zahl vom Fachbetrieb kommt. Für die Förderung selbst gilt eine Untergrenze von 3,0.
Was im Altbau anders ist
Der unsanierte Altbau hat einen höheren spezifischen Wärmebedarf und meist Heizkörper, die auf hohe Vorlauftemperaturen ausgelegt sind. Beides drückt die Jahresarbeitszahl: Je höher die Vorlauftemperatur, desto mehr Strom braucht dieselbe Wärmemenge.
Das ist aber kein Ausschlusskriterium. Ein größerer Heizkörper an den kritischen Stellen, ein hydraulischer Abgleich und eine abgesenkte Heizkurve bringen die Vorlauftemperatur oft weit genug herunter — und diese Maßnahmen sind Teil der förderfähigen Kosten.
Warum die Ölheizung förderseitig ein Vorteil ist
Eine Öl-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung gilt für den Klimageschwindigkeitsbonus in jedem Alter als qualifizierte Altanlage. Bei Gas- und Biomasseheizungen ist der Bonus dagegen an ein Mindestalter von 20 Jahren geknüpft. Im ölbeheizten Altbau ist der Bonus damit praktisch immer erreichbar.
Die Größen, die das Ergebnis tragen
Vier Eingaben bewegen die Amortisation stärker als alle anderen: die Jahresarbeitszahl, der Strompreis, der Brennstoffpreis samt Preissteigerung und die Investitionskosten nach Förderung. Der CO₂-Preis wirkt in dieselbe Richtung wie der Brennstoffpreis und verstärkt sich über den Betrachtungszeitraum.
Alle vier stehen im Rechner als sichtbare Annahmen mit Ausgangswerten drin und sind einzeln änderbar. Das ist Absicht: Eine Amortisationsrechnung, deren Annahmen man nicht sieht, ist eine Meinung mit Nachkommastellen.
Sanieren oder Wärmepumpe zuerst?
Dämmung senkt den Wärmebedarf und hebt damit indirekt die Wirtschaftlichkeit jeder Heizung. Sie gehört aber in ein anderes Förderprogramm — Maßnahmen an der Gebäudehülle laufen nicht über die Heizungsförderung und tauchen in dieser Rechnung nicht als förderfähige Kosten auf.
Für die Reihenfolge heißt das praktisch: Die Heizungsförderung degressiert nach einem bekannten Zeitplan, die Hüllenförderung folgt ihrer eigenen Logik. Wer beides plant, sollte die Heizungsseite nicht auf die Hüllenseite warten lassen — die Wärmepumpe kann von Anfang an auf den späteren, geringeren Bedarf ausgelegt werden.
Vollkosten oder Grenzkosten: welche Rechnung für Sie gilt
Die beiden Rechenwege unterscheiden sich nur im Nenner, und dieser Unterschied ist im Altbau meist entscheidend. Die Vollkosten-Amortisation setzt die kompletten Investitionskosten nach Abzug der Förderung an — richtig, wenn die alte Heizung noch problemlos weiterlaufen könnte. Die Grenzkosten-Amortisation zieht zusätzlich ab, was ein neuer fossiler Kessel gekostet hätte: Wenn ohnehin ersetzt werden muss, ist nicht die ganze Wärmepumpe die Mehrausgabe, sondern nur die Differenz zur Alternative — und diese Differenz ist nach Förderung oft klein oder negativ. Der Rechner ermittelt beide Werte immer, wählt anhand Ihrer Angabe zum Zustand der Altanlage aus, welcher davon als Hauptzahl erscheint, und zeigt den anderen daneben. Genau diese Unterscheidung fehlt in den meisten Amortisationsrechnern — sie setzen stillschweigend den einen oder den anderen Fall voraus und kommen deshalb zu Ergebnissen, die sich um viele Jahre unterscheiden.
Für Ihr Gebäude anpassen
Vorläufig, angenommen: Förderfähige Kosten, Haushaltseinkommen. Förderung 19.600 €, effektiver Satz 65,33 %, Eigenanteil 10.400 €. Differenzkosten-Amortisation: sofort.
Voraussichtliche Förderungvorläufig
ca. 19.600 €
- Effektiver Satz auf Ihre tatsächlichen Kosten
- 65,33 %
- Eigenanteil
- 10.400 €
Diese Summe basiert noch auf Werten, die der Rechner angenommen hat:
- Förderfähige KostenDie Förderung ist ein Prozentsatz hiervon — dieser Wert skaliert alles.
- HaushaltseinkommenEntscheidet allein, ob der Einkommensbonus greift.
Sobald diese Angaben gemacht wurden, verschwindet der Hinweis.
Amortisation
- Differenzkosten-Amortisationmaßgeblich für Ihre Angabe
- sofort
- Vollkosten-Amortisation
- 6 Jahre
Welcher Wert zählt, hängt davon ab, ob die alte Heizung ohnehin ersetzt werden müsste. Beide Werte erklärt
Bezogen auf die tatsächlichen förderfähigen Kosten, nicht auf den gedeckelten Betrag — deshalb liegt er meist unter dem nominalen Satz.
Regelstand 2026-07-21.1 · alle Regelwerte gegen die Primärquelle geprüft (Stand 10.08.2026, dazu 3 offengelegte Annahmen) — Orientierung, nicht verbindlich. Methodik · Haftungsausschluss
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Vertrag nur mit aufschiebender Bedingung unterschreiben
Der Antrag muss vor dem Vorhabenbeginn gestellt sein. Ein unterschriebener Liefer- oder Leistungsvertrag gilt als Vorhabenbeginn — außer er enthält eine aufschiebende oder auflösende Bedingung, die ihn an die Förderzusage knüpft. Ohne diese Klausel ist die Förderung für dieses Vorhaben verloren und lässt sich nachträglich nicht retten.
Schallgrenzwert noch nicht bestätigt
Luft-Wasser-Wärmepumpen müssen die Schallanforderungen am Aufstellort einhalten. Lassen Sie sich vom Fachbetrieb das Datenblatt mit dem Schallleistungspegel und den nötigen Abstand zur Nachbargrenze bestätigen.
Förderfähige Kosten sind ein Durchschnittswert
Die Förderung ist ein Prozentsatz auf diese Summe — sie skaliert das ganze Ergebnis, stärker als jede andere einzelne Angabe. Der hinterlegte Wert ist ein typischer Anlagenpreis, kein Angebot. Tragen Sie die Summe aus Ihrem Angebot ein; solange sie fehlt, ist die Zahl oben eine Vorschau.
Einkommen ist geschätzt
Für den Antrag reicht die Schätzung; nachgewiesen wird sie erst mit der Verwendungsbestätigung. Weil die Stufen harte Schwellen sind, kann eine Abweichung von wenigen hundert Euro den ganzen Bonus kosten — tragen Sie den Betrag aus den Steuerbescheiden ein, sobald Sie sie vorliegen haben.
Häufige Fragen
- Braucht der Altbau zwingend eine Fußbodenheizung?
- Nein. Entscheidend ist die Vorlauftemperatur, nicht die Art der Heizfläche. Größere Heizkörper an den kritischen Räumen, ein hydraulischer Abgleich und eine abgesenkte Heizkurve erreichen häufig den nötigen Bereich — die dafür anfallenden Kosten sind förderfähig.
- Welche Jahresarbeitszahl ist im unsanierten Altbau realistisch?
- Das hängt an der nötigen Vorlauftemperatur und lässt sich nicht pauschal sagen. Der Rechner führt Sie durch eine Schätzung anhand von Baujahr, Dämmzustand und Heizflächen und kennzeichnet das Ergebnis als Schätzung. Verbindlich ist die Auslegung des Fachbetriebs; für die Förderung gilt eine Untergrenze von 3,0.
- Was ist der Unterschied zwischen Vollkosten- und Grenzkosten-Amortisation?
- Die Vollkosten-Rechnung setzt die gesamten Investitionskosten nach Förderung an und passt, wenn die alte Heizung noch laufen könnte. Die Grenzkosten-Rechnung zieht zusätzlich ab, was ein neuer fossiler Kessel gekostet hätte — sie passt, wenn ohnehin ersetzt werden muss.
- Sind die Energiepreise im Rechner belastbar?
- Es sind Ausgangswerte mit einer angenommenen jährlichen Steigerung, also Prognosen. Sie sind im Rechner als Annahmen markiert und einzeln überschreibbar — jede Amortisationszahl ist nur so belastbar wie diese Annahmen.